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Grönland: Ski & Sail – Kurs Nord

Menschenleeres Land. Segelschiff-Romantik. Spektakuläre Fjord-Szenerien. Gipfelglück und Pulverschneeabfahrten. Das sind die Zutaten für ein Arktis-Abenteuer der ganz besonderen Art: „Ski & Sail“ in Westgrönland.

Steil ragen die felsigen Flanken des Ewigkeitsfjords aus dem Wasser. Hier und da kalbt ein mächtiger Gletscherstrom in den Meeresarm, manchmal zieht ein Eisberg vorüber. Nur das leise Glucksen der Wellen am Bug des Dreimasters stört die Stille, während die „Rembrandt van Rijn“ langsam landeinwärts fährt.

Mit dem Zodiac an Land

Suchend steht unser Bergführer mit dem Fernglas an der Reling und sucht einen geeigneten Einstieg für unsere Skitour. Der Segeltörn im hohen Norden hat Expeditionscharakter, gewiss. An jedem Tag muss neu gecheckt werden, was die polare Umgebung an Möglichkeiten bietet. Der Außenbordmotor dröhnt, während das schwere Zodiac-Raft mit seinen Passagieren durch die Wellen pflügt. Schwimmwesten sind auf der Reise gen Küste angesagt statt Rückenprotektoren. Und Gummistiefel anstelle von Freeride-Boots. Denn die letzten Meter vom Schlauchboot an Land geht es häufig durchs Salzwasser. Ein paar Hüpfer noch über glitschige Felsen, dann sind die Skitourengeher auf sicherem Boden.

Eisbären nicht in Sicht

Zwei Guides patrouillieren schon seit einer ganzen Weile mit Gewehren am Strand. Die beiden Wachen halten die Augen offen, ob sich nicht doch ein Eisbär in die Gegend verirrt hat. „Sicher ist sicher“, sagt unser schmunzelnd, während er beim Abmarsch die Waffe in ein Etui verpackt und schultert.

Echtes Outdoor-Feeling kommt auf

Der so genannte „Skislope“-Gletscher ist heute das Ziel. Ein irreführender Name, denn von einem Lift ist hier natürlich weit und breit nichts zu sehen. Stattdessen blockiert brusthohes Gestrüpp den Weiterweg vom Strand. Wildnis-Gefühl kommt auf, als sich der kleine Trupp durch die Büsche kämpft. Später dann felsiges Moränengelände. Schneekissen liegen auf den Steinen: Endlich Winterwelt wie gewünscht! Wie ein Pionier fühlt sich bisweilen, wer in dieser abgelegenen Region unterwegs ist. Und nicht jeder Tag endet so, wie die motiviertesten Skitouristen sich das vorgestellt haben.

Abfahrten sind Erlebnisse für die Seele

Mancher Abfahrtshöhenmeter in Grönland will durch kilometerlange Flachstrecken erkämpft sein. Mancher Freeride-Hang liegt erst am Ende eines riesigen Gletscherbeckens. Der Lohn der Mühe: Erlebnisse für die Seele, wie man sie wohl nur in den Polargebieten finden kann. Eisflächen, gegen die der Schweizer Konkordiagletscher eine Miniatur ist. Schneewolken, die sich im Meerwasser spiegeln. Einsamkeit, wie es sie sonst nur in der Wüste gibt. Doch vor allem ist es die Stille, die auffällt. Mal das heisere Krächzen eines Rabens, dann das leise Pfeifen des Windes, vielleicht noch das Klappern der Skibindung. Ansonsten nur weißes Rauschen in den Ohren.

Gipfelglück im Westen Grönlands

Das Ambiente der Fjorde ist alpin. Und so flach mancher Bergrücken vom Schiff aus erscheint, so findet sich eigentlich immer angemessenes Skigelände, in dem die Bretter ordentlich ins Laufen kommen. Ob am Sadlen im Inneren Fjord nahe der Hauptstadt Nuuk. Oder am Taateraat-Gletscher mitten im Ewigkeitsfjord. Oder an einer der Felsspitzen von Sermersuut auf Hamborgerland. Glitzernde Sonnenstrahlen auf stahlblauem Wasser, während die buntgetupfte Schar der Skifahrer im blendenden Weiß eine Line neben die andere legt…

Besondere Augenblicke

Allein, dass wir die Zeit in dieser Wildnis verbringen duften, ist doch schon ganz etwas Besonderes“, meint unser Arktisexperte. Und das Glitzern in seinen Augen verrät, dass der Polarvirus ihn schon lange infiziert hat. In besinnlichem Gleiten geht es wieder hinab zum Meer. Die „Rembrandt van Rijn“ nimmt Kurs auf die Gruppe, als sie ihre letzten Schwünge in den Schnee zeichnet. Und wir träumen an Bord schon vom nächsten Skiabenteuer…

„Mich faszinieren die Eisflächen, gegen die der Schweizer Konkordiagletscher eine Miniatur ist. Schneewolken, die sich im Meerwasser spiegeln. Einsamkeit, wie es sie sonst nur in der Wüste gibt.“

Folkert Lenz

„Das Erlebnis auf dem Gipfel eines Berges zu stehen ist unbeschreiblich. Danach per Ski wieder abzufahren setzt dem ganzen die Krone auf. Wir bieten diese Skiexpeditionen nur an ausgewählten Orten der Welt an.“